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Dr. Luther hat sich geirrt! Ein Theaterstück für die Schüler der Sekundarschule Schwanebeck ( Klasse 7 bis 10) von Aron Kamphausen

  • Dr. Luther

Auf der Suche nach einem Stück für die Theatergruppe meiner Frau (7 bis 10 Klassen) zum Luther Jahr, haben wir leider nicht das gefunden, was den historischen Luther auch kritisch betrachtet. Dies ist ein Versuch von mir Luther im historischen Kontext gerecht zu werden.

Dr. Luther hat sich geirrt!

Ein Theaterstück für die Schüler der Sekundarschule Schwanebeck ( Klasse 7 bis 10) von Aron Kamphausen

Szene 1:

Darsteller: Martin Luther, Johannes von Staupitz, Jude

Ort: Studierstube in Wittenberg

Material: Tisch, zwei Hocker oder Stühle, alte Bibel, viele alte aufgestapelt Bücher,
Verkleidung Luther und Staupitz:
Verkleidung Luther: schwarzer Priesterrock, Ministrantengewand o.ä.
Verkleidung Staupitz: wie Luther, oder schwarzes Gewand / Decke / Mantel
Verkleidung Jude: Cipa, Gebetsmantel, Gebetsriemen.

Luther sitzt gübelnd, fast verzweifelt über den Büchern, als Staupitz klopft und eintritt.

Staupitz:
Was ist los mit dir, Martin?

Luther.
Ach, Bruder Johannes, ich frage mich seit Jahren, wie ich alle Menschen auf dieser Welt zu Christen machen kann. Die Moslems, die Buddhisten und vor allem die Juden.

Staupitz:
(Fällt ins Wort) Was willst Du? Juden zu Christen machen? Du spinnst doch Martin, die Juden haben unseren Herren Jesus Christus verraten!

Luther:
Irgendeiner musste ihn ja verraten, sonst hätten ihn die Römer ja nicht kreuzigen können. In Israel lebten ja nur Juden. Johannes , es war Gottes Plan.

Tumult am Fenster, Menschenmenge brüllt, ein Jude hält den verbrannten Talmud in den Händen und stürzt in das Zimmer.

Rabbi:
Bitte helft mir, dieser Mob will meinen Talmund verbrennen.

Staupitz:
Recht so, es ist ein Machwerk des Teufels.

Luther:
Jetzt übertreibst du aber, es ist ein Heiliges Buch! Außerdem verbrennt man keine Bücher. Sowas machen nur Dumme und Nazis.

Rabbi:
Oh, Danke Doktor Luther, ihr habt mich gerettet. Der Ewige wird es euch vergelten.

Luther:
Was habe ich, dich gerettet? Quatsch, das Buch tut mir leid! Leg es hier auf den Tisch und verzieh dich.

Jude verlässt beschämt und gekränkt den Raum.

Staupitz:
Wer ist eigentlich der Ewige?

Luther:
Die Juden sagen zu Gott der „Ewige oder HaSchem“! Die haben Angst, Gott beim Namen zu nennen. Alles Schwachsinn!

Staupitz:
Dieser Mist steht doch in diesem hebräischen Buch. -hält den verbrannten Talmud hoch-

Luther:
Nein, so steht es da nicht, diese Juden können einfach nicht bergreifen, was in ihren eigenen Büchern steht.

Staupitz:
Wir müssen den Juden alles neu beibringen Martin, sonst lassen die sich nie taufen.

Luther:
Die sind so verstockt, Johannes da haben wir viel Arbeit. Egal, alle Menschen müssen Christen werden und mit den Juden fangen wir an!.

Szene Ende: Musik Haleluia.

Szene 2:

Darsteller: Martin Luther, Johannes von Staupitz, Rabbi, 1 Soldat, 2 Soldat, 2 große Hunde, Priester, johlende Menge

Ort: Straße in Wittenberg

Material: Zwei Seile, großes Kreuz an einem Stiel gebunden, 2 Lanzen oder Schwerter
Verkleidung Luther: schwarzer Priesterrock, Ministrantengewand o.ä.
Verkleidung Staupitz: wie Luther, oder schwarzes Gewand / Decke / Mantel
Verkleidung Jude: Kippa, Gebetsmantel, Gebetsriemen.
Verkleidung Soldaten: dunkle Leggins, Papphelme, Schwerter Hemd mit Gürtel
Verkleidung Priester: Priestergewand:
Verkleidung Hunde: Fell oder Decke, Gesicht als Hund geschminkt
Verkleidung Menge: Jungs mit langem Hemd, Mädchen langer Rock

Die Gruppe betritt die Bühne, vorne der Priester mit dem Kreuz, dahinter ein Soldat mit dem gefesselten Juden und der anderer Soldat mit den Hunden an der Leine. Das Volk marschiert zum Schluss.

Priester:
-schreit:
Jude bekenne dich zu unserem Herren Jesus Christus.

Rabbi:
Niemals nur HaSchem, der Ewige ist mein Herr.

Priester:
Gestehe, dass du unseren Brunnen vergiftet hast.

Menge:
(brüllt) Brunnenvergifter!

1.Soldat:
Diese Juden sind unverbesserlich, die lügen nur! In 500 Jahren werden die noch ihr eigenes Wasser in Judäa verpesten. –
stößt dabei den Juden auf die Knie vor dem Priester-

2.Soldat:
Kindermörder sind sie auch! Zum Pessachfest machen sie aus den Leichen Brot.

Rabbi:
Bitte last mich gehen, ich habe keinen Brunnen vergiftet.

Priester:
Halt dein Schandmaul,
-an die Soldaten gewand-
bindet ihn zwischen die Hunde und lasst ihn zerfleischen.

Rabbi:
Bitte, ich will nicht sterben. Lasst mich frei, ich habe nichts gemacht.

Priester:
Nichts gemacht? Ihr Juden habt Jesus Christus verraten. So steht es in der Bibel. Nimm Jesus als Deinen Gott an und dir wird vergeben.

Rabbi:
Es gibt aber nur einen Herren auf der Welt, und das ist der Ewige, nicht Jesus, er war doch auch nur ein einfacher Jude wie ich.

Priester.
Schweig! Du musst sterben.

Soldaten binden den Juden zwischen die Menge, Menge lacht dabei und grölt, während sich die Hunde auf den Juden stürzen.

Luther betritt die Bühne und geht auf den Priester zu.

Luther:
Hör sofort mit diesem Blödsinn auf!

Priester:
Dieser Jude soll sich gefälligst zu Jesus bekennen und sich taufen lassen.

Luther:
Jesus wurde auch von einer jüdischen Mutter geboren. Glaubst du etwa, ein Jünger aus Israel wäre zu ihm gekommen, wenn er so wie du und dein Papst in Rom, die Menschen zur Taufe gezwungen hätte?

Priester:
-ironisch, zu den Soldaten gewandt-
Lasst ihn frei, dieser feine Herr Doktor meint, wir sollten diese Juden durch erzählen zum einzig wahren Glauben bringen.

Soldaten lassen Juden frei Einspielung Musik.

Szene 3:

Darsteller: Martin Luther, Kurfürst Friedrich der Weise

Ort: Zimmer auf der Wartburg

Material: Tisch, zwei Hocker oder Stühle, neues Testament, Stift oder Feder, Kerzen, Streichhölzer
Verkleidung Luther: Mit einfacher Kleidung, die er bereits unter dem Priestergewand hatte.
Verkleidung Staupitz: wie Luther, oder schwarzes Gewand / Decke / Mantel
Verkleidung Kurfürst : großer weiter Mantel aus Decke, feine Mütze.

Luther sitzt am Studiertisch, klappt die Bibel zu und schmeißt die Feder in die Ecke

Luther:
Geschafft!

Kurfürst betritt den Raum

Kurfürst:
Was hast du geschafft, Martin?

Luther:
Ich habe die Worte von Jesus Christus ins Deutsche übersetzt.

Kurfürst:
Jetzt kann also jeder die Verheißung von Jesus selber lesen?

Luther:
Ja, jetzt wird jeder begreifen, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

Kurfürst:
Auch die Juden?

Luther:
Auch die Juden! Sie müssen nur missioniert werden. Alle Christen müssen dabei helfen. Sie müssen vorbildlich leben und auch das Alte Testament und Neue Testament kennen. Also Vorsprung durch Wissen, dann will sich jeder Jude taufen lassen.

Kurfürst:
Martin, das Alte Testament ist doch aber in Hebräisch geschrieben. Das kann doch keiner lesen.

Luther:
Das stimmt, darum muss ich es ja auch noch übersetzen.

Kurfürst:
Wie soll das gehen? Du kannst doch aber kaum hebräisch. Willst Du etwa die Lateinische oder griechische Übersetzung ins Deutsche übertragen?

Luther:
Ach Friedrich, das geht doch nicht, Die Hebräer trinken aus der Bornquelle; die Griechen aber aus den Wässerlein, die aus der Quelle fließen; die Lateinischen aber aus der Pfütze. Ich muss jemanden finden, der für mich die hebräische Bibel übersetzt.

Kurfürst:
Dann bist du ja gar nicht mehr der alleinige Übersetzer der Luther Bibel? –
steht kopfschüttelnd auf und verlässt den Raum-

Luther:
Wen schert das, Hauptsache die Juden werden Christen.
-schlägt das neue Testament zu und steht auf-

Szenen Ende Musik Einspielung Texttafel mit Hintergruninfo Kantor singt Genesis 1.1 Berischit bar heluim……

Szene 4

Darsteller: Martin Luther, Rabbi , Menschenmenge

Ort: Straße in Wittenberg

Material: 2 dicke alte Bücher
Verkleidung Luther: einfache Kleidung,
Verkleidung 1.Jude: wie in Szene 1

Luther und Rabbi gehen gemeinsam auf der Straße und halten jeweils ein Buch in den Händen, die Menschen gehen langsam umher und plaudern leise.

Rabbi:
Doktor Luther, sie interpretieren es falsch, Jesus wurde nie von einer Jungfrau geboren.

Luther:
Ach Rabbi, hier steht es doch schwarz auf weiß, ich habe es doch selbst aus dem Griechischen übersetzt.

– schlägt sein Buch auf und liest vor-

„Matthäus 1, 22-23: Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: »Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären.«

Rabbi:
Das ist ja der Fehler, es wurde falsch von den Griechen aus dem Hebräischen übersetzt. Richtig übersetzt heißt es:

-Rabbi schlägt sein Buch auf und liest-

Jesaja 7,14: Darum wird euch HaSchem selbst ein Zeichen geben: Siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.

-schlägt das Buch zu und sieht Luther an-

Da steht wörtlich junge Frau und nicht Jungfrau!  Mir tun die armen jungen Frauen ohne Sex leid. 

Luther:
-tobt-
Halt dein Lügenmaul du Jude, das Neue Testament hat Recht.

Jude:
– ganz ruhig –
Wie kann das Alte auf dem Neuen aufbauen, der Vater zeugt den Sohn und nicht der Sohn den Vater.

Luther:
Ihr Rabbiner  und Juden seid der Untergang der Menschen, wegen euch lassen sich die Juden nicht taufen. Halte dein Judenmaul. Ihr seid doch alle Abschaum der Menschheit.

-wendet sich an die Menge-

Leute hört was ich über die Juden und ihre Lügen zu verkünden habe.

– Schlägt sein Buch wieder auf und liest laut an die, ihn umringende Menge vor.-
Gleichzeitig wird der Raum abgedunkelt und ein Videoschnitt von der
1.Reichskristallnacht
2. Bücherverbrennung
6.Warschauer Gettho
4. Selektion in Auschwitz wird eingespielt-

Erstens: steckt ihre Synagogen oder Schulen an, was nicht verbrennt, überschüttet ihr mit Erde, damit es kein Mensch mehr sehen muss. Dies machen wir zu Ehren unseres Gottes, weil wir Christen sind.

Zweitens: das gleich soll mit ihren Häusern geschehen, sie sollen in den Ställen wie die Zigeuner leben.

Drittens: in ihren Betbücher und Talmunden stehen nur Fluch, Lügen und Abgötterei. Sie müssen vernichtet werden.

Viertens: Dass man jedem Rabbiner verbietet zu lehren und zu predigen.

Fünftes: Dass man ihren Schutz auf den Straßen aufhebe.

Sechstens: dass man ihren Wucher aufhebe und ihnen alles Geld und Gold nehme um es zu verwahren.

Zum Siebenten: dass man den starken und kräftigen Juden Werkzeug in die Hand gibt damit sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen

Musik Einspieler

Szene 5.

Darsteller: Mädchen, Junge, arabisch gekleidetes Kind, Nachrichtensprecher, Martin Luther, Rabbi, Priester, Kurfürst, Soldat, Menschenmenge

Ort: Straße in Wittenberg

Material:
Verkleidung Luther: Mit einfacher Kleidung,
Verkleidung 1.Jude: Wie in Szene 1

Nachrichtensprecher:

New York: Am heutigen Tag beschloss die UNESCO, dass der jüdische Tempel in Jerusalem und damit auch die Klagemauer nicht mit den Juden in Verbindung stehen.

Tehran: Die iranische Regierung bestätigt, dass die Juden keinen Anspruch auf das Land Israel haben.

Damaskus: Moslemische Geistliche bedanken sich bei Allah für die Waldbrände, die er über Israel geschickt hat.

Gaza: wie die Hamas …… -wird von dem hereinstürmende Luther unterbrochen.

Luther:
Hör auf, das habe ich nicht gewollt, hast du keine anderen Nachrichten?

Nachrichtensprecher:

Magdeburg: Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich klar von der christlichen Mission unter Juden distanziert.

Einspiel Shma Israel

-Alle anderen marschieren ein und bilden ein offenes Dreieck. An der Spitze Luther.

Nach der HaTikwa tritt Luther nach vorne

Luther:
Das darf es nie wieder werden geben. Ich habe mich geirrt! Ob Christen, Juden oder Moslem, wir sind alle Kinder von Abraham.

Vorhang

1963 in Halberstadt geboren, wohne ich seit 2015 in Quedlinburg.
Bis 2012 arbeitete ich im Bauwesen. Nach längeren Klinikaufenthalten erhalte ich seit 2014 EU Rente wegen einer bipolaren Störung.
Mitglied im Deutschen Journalisten Verband seit 2001

Seit fast 10 Jahren reise ich mehrere Monate im Jahr durch Israel.

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