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Thema:Camping in Israel
Date:Mai 16, 2017

Zelten in Israel : 8 Gründe warum Campen beliebt ist

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Zelten an den traumhaften Stränden des Mittelmeeres oder an den Korallenriffen des Roten Meeres gehört zu den Freiheiten, die Israel seinen Bürgern und Gästen zugesteht.

1. Israel ist ein Land der Camper und Zelter

“Wir haben nur dieses Land”, unter diesem Motto bewandern die Israelis ihren kleinen Staat, nicht größer als die Schweiz oder das Bundesland Hessen.
Jeden Freitagabend, wenn die Metropolen des Landes ihre Schabbatruhe einlegen, wenn die Busse und Eisenbahnen ihren Linienverkehr einschränken, strömt eine Heerschar wanderlustiger Israelis auf die, das ganze Land durchziehende Trail’s. Mit allradtüchtigen Fahrzeugen oder auch nur mit dem normalen PKW, zu Fuß und immer öfter mit dem Fahrrad, aber ständig mit viel zu viel Essen, geht es auf die weit über 200 Campingmöglichkeiten in Israel. Diese kleine Völkerwanderung läßt sich auch zu den Ferienzeiten um Pessach, dem Laubhüttenfest und zu Chanukka beobachten. Wandern und Campen gehört in Israel unbestritten zur Lebenskultur.

2. Wildes Zelten und Campen ist erlaubt

Wenn Wild-Camping in Europa, mit Ausnahme einiger skandinavischer Länder, zu einem Balanceakt zwischen Duldung und Verbot werden kann, ist es in Israel verbrieftes Recht. Es wird nicht nur von Freiheit gesprochen, sie wird gewährt. Aus diesem Grund kannst du überall dein Zelt aufschlagen und in die umwerfende Landschaft zwischen dem bewaldeten Golan hoch im Norden, dem heißen, vom Roten Meer und der Wüste umgebenen Elat, im Süden eintauchen.
Grundsätzlich ist im Staat Israel Wild-Zelten oder Campen überall erlaubt, es sei denn, es ist explizit verboten.

3. In Naturschutzgebieten gibt es Campgrounds

Verboten ist Zelten und Campen in den ausgedehnten Naturschutzgebieten und Nationalparks, auf militärischem Übungsgelände und auf privatem Grundstücken, ohne die Genehmigung des Eigentümers.
Damit auch der Wildcamper gerade in den Naturschutzgebieten und Parks sein Zelt aufschlagen kann, wurden von den Behörden 114 kostenlose Campgrounds errichtet. Hierbei handelt es sich nur um einfache Plätze, deren einzige Ausstattung meist aus einem Schild mit dem Piktogramm „Camping erlaubt“ besteht. Auch Wasser, Steckdosen, Toiletten oder Mülleimer wirst du nur in seltenen Fällen vorfinden. In der Beschreibung der Campingplätze gehe ich darauf genauer ein. Letztendlich handelt es sich um Plätze, an denen Zelten und Campen erlaubt ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Einige dieser Campgrounds befinden sich im militärischen Sperrgebiet. Hiervon betroffen sind z.B. beliebte Wanderziele wie der Har Karkom. Einmalig in Israel ist hier die Möglichkeit, sich diese Wanderziele zu bestimmten Jahreszeiten zu erschließen. So werden diese Übungsgebiete zum Shabbat, Pessach oder Chanukka zu beliebten Ausflugszielen.

4. Zelten und Campen ist eine preiswerte Alternative

Wer das „Zurück zu den Wurzeln“ nicht ganz so enthusiastisch ausleben und lieber ein paar Schekel ausgeben möchte, findet in nahezu 100, mit Infrastruktur versehende Plätze, ausgiebige Gelegenheit dazu. Allein von der Nationalparkverwaltung werden 21 Campingplätze im oder am Rande von Naturschutzgebieten bereitgestellt. Hier sorgen Wasser, Toiletten, Duschen, Steckdosen, Kühlschränke und Feuerplätze sowie ein Anschluss an das Bus- und Eisenbahnnetz für ein reines Campingvergnügen. Viele dieser Zeltplätze sind sogar behindertengerecht ausgebaut.
Hinzukommen von der SPNI, dem KKL oder auch von privaten Anbietern betrieben Zeltplätze.
Die Kosten für diese Campingplätze liegen je nach Lage und Ausstattung zwischen 16 und 60 Schekel pro Person und Übernachtung.
Neben diesen Zeltplätzen bieten auch einige  Hostels und Jugendherbergen die Möglichkeit, gegen Gebühr auf dem Gelände zu zelten. Die Nutzung der Sanitäreinrichtungen ist dann natürlich möglich. Für Wanderer auf dem Israel National Trail bieten noch Trail Angels kostenlose Übernachtungen, teils im eigenen Zelt an.

5. Viele Zeltplätze sind mit Bussen erreichbar

Die meisten der gebührenpflichtigen Plätze, aber auch einige kostenlose Campgrounds liegen unmittelbar in der Nähe von Bushaltestellen. Somit ist es relativ einfach, direkt vom Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv seinen Ausgangspunkt zu erreichen. Auf einer Trekkingtour durch Israel bietet sich als Startpunkt immer ein Zeltplatz an, der über Wasser und Sanitäranlagen verfügt. Aber auch ein Supermarkt oder ein Outdoorausstatter zur Versorgung mit Gas und Lebensmittel sind wichtig.  Acre, Tel-Aviv, Tiberias, Jerusalem und Elat bieten sich als Startpunkte an. Sie sind ausnahmslos direkt über Eisenbahn oder Bus erreichbar und bieten Gelegenheit, die Ausrüstung und den Vorrat zu vervollständigen. Zelt- oder Campingplätze in den Naturschutzgebieten sind nur mit dem Auto, teilweise nur mit einem Allradfahrzeug, erreichbar.
Mit dem Mietauto und dem Zelt lässt sich Israel hervorragend und preiswert erkunden. Für ab ca. 20 Euro pro Tag läßt sich ein Auto direkt am Flughafen mieten. 

7. Israel ist für Camper sicher

Die Sicherheit in Israel sucht ihres Gleichen. Bedenkenlos können hier auch alleinstehende Frauen ohne die oft, in südlichen Ländern allgegenwärtige „Anmache„, ihren Campingurlaub entgegensehen. Vereinzelt wird über Beduinen berichtet, die unbeaufsichtigte Wasservorräte geplündert haben sollen. Ansonsten ist die allgemeine Kriminalität wesentlich geringer als in Deutschland. Unter dem Abschnitt “Sicherheit” habe ich mich konkret mit diesem Aspekt beschäftigt.

8. Ab 350 Euro Israelurlaub für 14 Tage

Für ca. 200 Euro eines Hin- und Rückfluges, inklusive Gepäck und kostenlosem Zeltplatz bzw. gratis Wildzelten sowie einer Verpflegung mit etwa 10 Euro pro Tag berechnet, lässt sich ein Israel-Urlaub am untersten Limit planen und durchführen. Ja, Israel ist ein teures Pflaster, besser gesagt, Israel ist ein teures Pflaster geworden, weil der Euro in den letzten Jahren fast 25% an Wert verloren hat. Dennoch ist es dank preiswerter Flüge und der Möglichkeit des Wildzeltens möglich, einen preiswerteren Urlaub als in vielen anderen Ländern zu gestalten. Die 10 Euro pro Tag können gewiss noch unterschritten werden, jedoch ein wenig Urlaub sollte es ja immer noch bleiben.